Die aus Fern­se­hen und  Thea­ter­stü­cken weit über das Saar­land hin­aus bekann­te Schau­spie­le­rin Ali­ce Hoff­mann besuch­te am Frei­tag, den 13.09.2019 die Gemein­schafts­schu­le Neun­kir­chen. Eher durch hei­te­re Rol­len bekannt,  ver­mit­tel­te Ali­ce Hoff­mann an die­sem Tag Geschichts­wis­sen, das an ihre eige­ne Bio­gra­phie anknüpft. Sie las Aus­zü­ge  aus dem Buch „Als Jun­ge im KZ Ravens­brück” von Men­achem Kal­lus.

Die­ser Men­achem ist der Bru­der ihres inzwi­schen ver­stor­be­nen lang­jäh­ri­gen Ehe­manns Rudi, der gemein­sam mit sei­nen Geschwis­tern das Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Ravens­brück, ein Frau­en­la­ger in dem auch Kin­der inter­niert wur­den, über­leb­te.

In ihrer Ein­füh­rung schil­der­te Hoff­mann leben­dig, wie die Bezie­hung zu ihrem Mann, den sie in Süd­frank­reich ken­nen lern­te, zur Aus­ein­an­der­set­zung mit den Gräu­el­ta­ten des Natio­nal­so­zia­lis­mus führ­te und so zum Teil der Fami­li­en­ge­schich­te wur­de und wie schwie­rig es war das Miss­trau­en,  resul­tie­rend aus den Taten, ange­rich­tet von Deut­schen an Juden, zu über­win­den. Die vor­ge­le­se­nen Text­pas­sa­gen ver­mit­tel­ten anschau­lich, wie das nor­ma­le Fami­li­en­le­ben der Kal­lus sich wan­del­te: von der all­mäh­li­chen Aus­gren­zung über die Ent­rech­tung  bis hin zur Depor­ta­ti­on und dem nack­ten Über­le­bens­kampf im Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger. Die Eltern und Groß­el­tern star­ben in Kon­zen­tra­ti­ons­la­gern, nur die Kin­der über­leb­ten und wan­der­ten nach dem Holo­caust nach Isra­el aus. Ein­zig Rudi ver­ließ Isra­el, leb­te zwi­schen­zeit­lich in New York und in Hol­land, bevor er sich in Süd­frank­reich nie­der­ließ.

Bis heu­te fährt die Schau­spie­le­rin regel­mä­ßig nach Isra­el, wo die Geschwis­ter ihres ver­stor­be­nen Man­nes leb­ten. Dort wohnt noch heu­te Emmie, das jüngs­te Geschwis­ter­kind, die letz­te über­le­ben­de Zeit­zeu­gin der Fami­lie.  In ihrer Lesung bezog Ali­ce Hoff­mann auch immer wie­der die Schü­ler mit Fra­gen und Rede­im­pul­sen ein. Im Anschluss an die Lesung gab es eine leb­haf­te Dis­kus­si­on um die Fra­ge, wie groß die Gefahr einer Wie­der­ho­lung des schreck­lichs­ten Ver­bre­chens der deut­schen Geschich­te in Zei­ten wach­sen­den Natio­na­lis­mus ist. Eine gelun­ge­ne Ver­an­stal­tung, die auch von Schü­ler­sei­te sehr posi­tiv auf­ge­nom­men wur­de.