„Hand in Hand“ – bis zum letzten Schultag

Freude, Erleichterung und auch ein bisschen Wehmut sind zu spüren, als die 9. Klassen der GGS Neunkirchen am Freitag zur Abschlussfeier der Hauptschüler zusammenkommen. Das Motto des Abends passt zu den letzten Jahren: Hand in Hand“. So geht die Schulzeit für 51 Jungen und Mädchen zu Ende – und etwas Neues beginnt.

Dieser Jahrgang hatte es nicht immer leicht. Nicht nur, weil 2012, wie es in der Schülerrede heißt, „der Ernst des Lebens“ begann. Neben den Herausforderungen, die jedes Kind in der Schule zu bewältigen hat, das heißt neben dem Lernen, der Pubertät, der Auseinandersetzung mit Lehrern und Eltern, kam auf diesen Jahrgang weitere große Aufgabe zu.

Als im Oktober 2015 viele Menschen vor Krieg und Verfolgung in ihrer Heimat flohen, kamen auch viele junge Menschen an die GGS Neunkirchen. Ihre Heimat war Syrien, Eritrea, Pakistan, Afghanistan, Äthiopien. Ihre Lebensgeschichten waren geprägt von Gewalt, Krieg und Flucht. Diese vielen neuen Mitschüler aufzunehmen war eine Herausforderung, die der Jahrgang angenommen und gemeistert hat. Wie die Schüler in ihrer Abschlussrede sagen: „Wir haben gelernt, dass Mensch gleich Mensch ist, egal, woher jemand stammt und welche Hautfarbe er hat. Wir haben gelernt, was Solidarität bedeutet und wie wichtig sie ist.“

Dass diese Worte nicht nur daher gesagte Phrasen sind, zeigt sich im Programm des Abends. Die Schulband spielt, mit dabei ein Junge aus Syrien, ein Mädchen aus Rumänien und eines aus Bulgarien. Drei junge Eritrearinnen singen einen Segen aus ihrer Heimat und die Abschlussrede der Schüler halten gemeinsam eine Kurdin, zwei Albaner und eine Deutsche. Woher die Abschlussschüler stammen, spielt an diesem Abend keine Rolle. Denn sie alle haben es geschafft, wie es das Motto des Abends sagt: Hand in Hand. Der Schulleiter der GGS Neunkirchen, Clemens Wilhelm, greift diesen Gedanken in seiner Abschlussrede auf und betont den Gemeinschaftsgeist, den dieser Jahrgang gezeigt hat.

Am Ende ihre Schulzeit vergessen die Schüler_innen nicht, ihren Eltern und Lehrern zu danken. Für ihre Geduld, ihre beharrlichen Anstrengungen und dafür, dass sie den Kindern immer aus der Patsche geholfen haben.

Die Jugendlichen, die jetzt ihr erstes Abschlusszeugnis in den Händen halten, dürfen stolz auf das Erreichte sein und sich freuen auf das, was die Zukunft für sie bereithält. Das Wichtigste haben sie schon gelernt: Hand in Hand, gemeinsam, solidarisch und gemeinschaftlich kann man viel mehr erreichen als alleine.

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